Aus der Chronik der Elfenley-Grundschule Oberwesel
 
1213 wird erstmals in Oberwesel eine Marienkirche erwähnt. Die Anfänge jedoch reichen weiter zurück. Die Vorgängerkirche oder die Vorgängerkirchen lagen - wie die heutige Liebfrauenkirche - lange Zeit weit außerhalb der Stadt.

In der Frankenzeit gab es für den ganzen Fiskus Oberwesel nur einen Pfarrbezirk. Pfarrkirche war die Martinskirche.

Mit Urkunde vom 26. Dezember 1258 wurde an die Marienkirche ein Kollegiatsstift errichtet, 1303 auch an der Pfarrkirche Sankt Martin.

Bei den Stiftsherren gab es verschiedene Ämter, unter anderem das des Scholasters, der die Stiftsschule leitete. Die Stifte betrieben zwei Schulen, die man als Vorläufer der späteren Volksschulen bezeichnen könnte. Üblicherweise wurde der Unterricht, an dem nur ganz wenige teilnehmen durften, im Haus des Scholasters ( d. i. der lehrende Stiftsherr ) abgehalten. Die letzte Stiftsschule war bis 1802 in einem vor wenigen Jahrzehnten abgerissenen Gebäude in der Kirchstraße gegenüber dem Anwesen Leis.

Im Gegensatz zu den Stiftsschulen bereiteten die Lateinschulen des Franziskaner- bzw. Minoritenklosters ( 1242 - 1555 und 1621 - 1802 ) ihre Schüler auf den Besuch der gymnasialen Oberstufe vor.

Die Lateinschule befand sich im Bereich des Minoritenklosters in der heutigen Oberstraße.

Der letzte Lehrer der Lateinschule ist 1793 erwähnt; 1802 wurde mit dem Kloster auch die Lateinschule durch die Säkularisation aufgehoben.

 

1834 bis 1840 wurde nach Plänen des Bauinspektors Ferdinand Nebel unsere so genannte „Knabenschule" (ehem. Katholische Schule) errichtet.

 
Sie wurde als zweigeschossige Schule mit Hauptfassade zur Liebfrauenstraße gebaut. Es gab zwei separate Eingänge, einen für die Mädchen und einen für die Jungen, ebenso 2 separate Schulhöfe und 2 separate Aborthäuser.

Das Innere war ursprünglich entsprechend der Funktion als Knaben- und Mädchenschule in beiden Geschossen in je 2 Schulsäle für je 140 (!) Schüler aufgeteilt. 1886 wurden die für Mädchen und Jungen getrennten Treppenhäuser aufgegeben, so dass in jedem Geschoss ein zusätzliches Klassenzimmer entstand. Ein Lehrerzimmer bzw. ein Aufenthaltsraum wurde erst 1965/66 angebaut, als der Eingang der Schule an die Rückseite verlegt wurde.In dieses Lehrerzimmer konnte man nur durch die einklassige evangelische Schule gelangen. Es diente vornehmlich als Lehrmittel- und Werkraum.

Die Mädchenschule entstand 1906/07 nach Plänen des Kreisbaumeisters Friedrich Danzenbächer. Als Alternative zu einer Aufstockung der bestehenden Knabenschule entschied sich der Baumeister für diesen Neubau.

Zwischen den beiden eigenständigen Gebäuden befindet sich der „Gelbe Turm", auch „Villa Nova" genannt. Um von einem Gebäude zum anderen zu kommen, muss man durch den Torbogen gehen.
 
 

Zum 1.August 1971 wurden die Volksschulen in St. Goar, Werlau, Biebernheim, Oberwesel, Damscheid, Niederburg, Urbar, Wiebelsheim, Dellhofen,Langscheid, Perscheid, Laudert aufgelöst.

Rechtsnachfolgerin wurde die neu gegründete und neu gebaute Hauptschule in Oberwesel, welche die Kinder all dieser Orte vom 5. bis zum 9. Schuljahr aufnahm.

In Sankt Goar blieben die Klassen 1 bis 4 aus Sankt Goar, Werlau und Biebernheim.

Juristisch aus der Taufe gehoben wurde die Grundschule Oberwesel am 14.4.1971 per Organisationsverfügung der Schulbehörde. Erstmals mit Leben erfüllt wurde sie mit Beginn des Schuljahres 1971/1972 am 26. August 1971.

Alle Kinder dieser Jahrgangsstufen aus dem Bereich der Verbandsgemeinde Sankt Goar - Oberwesel (außer Sankt Goar, Werlau und Biebernheim) kamen jetzt in die Grundschule nach Oberwesel, und zwar in die Gebäude der ehemaligen Volksschule - die Knaben- und Mädchenschule.

Die Verbandsgemeinde Oberwesel wurde am 28.07.1970 gegründet; sie ging am 24.04.1972 auf in die neu gegründete Verbandsgemeinde Sankt Goar - Oberwesel.

Während die neue Grundschule für die 238 Oberweseler Kinder eine wohnortnahe Schule blieb, wurde den 287 Mädchen und Jungen  der umliegenden Gemeinden eine große Umstellung abverlangt. Für sie war die Schule nicht mehr zu Fuß zu erreichen, sondern nur noch mit dem Bus.

Von den Lehrerinnen und Lehrern der ersten Stunde unterrichteten bis vor kurzem noch drei Gründungsmitglieder, und das in alter Frische und noch sehr rüstig: Frau Sahr, Frau Theisen und Herr Weidenbruch.

Als die Grundschule 1971 ihre Pforten öffnete, herrschte drangvolle Enge. Für 13 Klassen mit durchschnittlich 40 Kindern standen lediglich 10 Klassenräume zur Verfügung! Dazu die Chronik: ,, Die einzelnen Klassen sind in der ehemaligen Knaben- und Mädchenschule untergebracht, zwei werden vorerst noch im Gebäude der Hauptschule unterrichtet, eine Grundschulklasse befindet sich in der Baracke, die auf dem Schulhof der Hauptschule steht."

Provisorien halten sich bekanntlich lange. Es sollten noch 15 Jahre vergehen, bis die letzte Unterrichtsstunde in der Baracke (später etwas vornehmer ,,Pavillon" genannt) gehalten wurde. Die vorläufige Unterbringung einzelner Grundschulklassen im Gebäude der Haupt- und Realschule dauerte gar mehr als zwei Jahrzehnte.

1971/1972 wurde die Grundschule Oberwesel von Herrn Rektor Toni Schwarz geführt, der auch der neu gegründeten Hauptschule vorstand.

Mit Beginn des Schuljahres 1972/1973 wurde Herr Heinz Dilly - bislang Konrektor - zum Schulleiter und Rektor ernannt. Er leitete die Schule bis zu seiner Pensionierung im Juli 1986.

Am 1.02.1973 wurde Frau Katharina Lauer Konrektorin, bis sie mit Schuljahresende im Juli 1978 aus dem Schuldienst schied.

Einen gravierenden Einschnitt stellte die Pensionierung von Frau Michel, Frau Gränz und Frau Lauer im Juli 1978 dar. Eine Generation, die Krieg, Vertreibung, Hunger und Not hautnah miterlebt hat und durch diese Erfahrung in ihrem ganzen Wesen mitgeprägt wurde, trat in den Ruhestand.

Im Dezember 1987 wurde Herr Rainer Bersch zum Konrektor ernannt; vom 1.02.1975 bis Juli 1987 unterrichtete er an unserer Grundschule.

Im Juni 1986 wurde Herr Dilly im Rahmen eines Schulfestes in den Ruhestand verabschiedet und im August 1986 Herr Alfons Dietrich als neuer Rektor der Grundschule eingeführt.

Nach der Versetzung von Herrn Bersch wurde Frau Marianne Gies am 1.08.1987 zur Konrektorin ernannt; im Juli 1997 wurde sie pensioniert.

Danach wurde Frau Anne Lahnert-Julius Konrektorin; sie übte das Amt aus bis zu ihrer Versetzung im August 2001.

Nach einjähriger Vakanz, in der Herr Dietrich von Herrn Salamon in der Schulleitung unterstützt wurde, trat am 1.08.2002 Frau Ulrike Beckmann das Amt der Konrektorin an.

Zum 1.08.2002 wurde Herr Dietrich nach Rheinböllen versetzt,verwaltete aber die Grundschule mit bis zum Eintreffen seiner Nachfolgerin.

Frau Karin Geiben trat am 7.03.2003 ihren Dienst als neue Schulleiterin der Grundschule Oberwesel an und wurde am 24.03.2003 in einer Schulfeier eingeführt.

Am 1.08.2009 verließ die Konrektorin Ulrike Beckmann die Schule und übernahm die Leitung der Grundschule Riesweiler.

Interessant ist die Entwicklung der Schülerzahlen:

Waren es 1972/73 noch 525 Schüler, sank die Schülerzahl bis 1985/1986 kontinuierlich bis auf 331; 2004/2005 waren es 314; im Schuljahr 2009/10 226 Schüler.

Am 9.07.1982 war die Einweihung und Übergabe des Schulerweiterungsbaues der Knabenschule. Eingangs- und Treppenbereich sowie die Toilettenanlage wurden neu gestaltet. Die Schule bekam erstmals einen angemessenen Verwaltungstrakt mit eigenen Zimmern für Rektor, Konrektor und Sekretariat. Bislang musste der Rektor in einem Verwaltungszimmer hausen, das die Größe einer Besenkammer nur unwesentlich überschritt; d.h. es bot nicht einmal Platz für drei Sitzgelegenheiten.

Der Anbau an die ehemalige evangelische Schule wurde abgerissen, die Lehrer bekamen ein würdiges und geräumiges Lehrerzimmer und ein kleines Elternsprechzimmer, in dem sich jetzt das Lehrerzimmer befindet, während das neue Lehrerzimmer später in einen Klassenraum verwandelt wurde. 

In den Osterferien 1993 begannen die Arbeiten für den Um- und Erweiterungsbau der Mädchenschule, und am 7.05.1994 fand die offizielle Einweihung mit einem feierlichen Rahmenprogramm statt.

Da in der Mädchenschule für die Dauer der Baumaßnahmen kein Unterricht möglich war, mussten vier Klassen für ein Jahr ausgelagert werden. Zwei Klassen konnten behelfsmäßig im leerstehenden Kindergartengebäude am Krankenhaus untergebracht werden, eine in der bereits erwähnten Baracke und die vierte einmal mehr im Schulzentrum.

Nach nur fünfmonatiger Bauzeit konnte am 24.01.1998 die frisch sanierte Turnhalle im Rahmen einer festlichen Einweihungsfeier ihrer Bestimmung übergeben werden.

Am 13.06.2000 stürzte in der Knabenschule eine zentnerschwere Deckenkonstruktion auf die Kinder der Klasse 3b. Das Unglück verlief glimpflich; es gab "nur" Verletzungen und natürlich Schrecken und Ängste, die abgebaut werden mussten. Mit Beginn des neuen Schuljahres konnte der Klassenraum wieder bezogen werden.

Im März 2001 gestalteten Eltern, Lehrer, Schüler und andere professionelle Mitarbeiter die Schulhöfe beider Schulgebäude naturnah um.

In einem Schulfest am 16.06.2001 mit Bühnen- und Außenprogramm wurde diese Aktion gebührend gewürdigt.

In einer Aktion "Frühjahrsputz" wurden am 26.03.2004 unsere Schulhöfe saniert, neu bepflanzt und gestaltet.

Am 7.09.2004 bekam die Grundschule einen Namen: Sie heißt nun Elfenley-Grundschule Oberwesel.

Am 8. und 9.10.2004 erhielt die Mädchenschule ein neues Klettergerüst. Auch hier engagierten sich die Eltern unserer Kinder in beträchtlichem Maße. Unser Kollege Klaus Salamon, der sich intensiv und nachdrücklich für dieses Projekt eingesetzt hat, half selbst tatkräftig mit.

Im Schuljahr 2007/08 bekam auch die Knabenschule dank weiterer Spenden des Fördervereins ein Klettergerüst. Hier sei wiederum das große Engagement der Eltern und des Kollegen Klaus Salamon hervorzuheben.

Nomen est  omen!

Am 15. Juli 2005 wurde der neue  Name „Elfenley- Grundschule Oberwesel“in einem feierlichen Rahmen offiziell bekannt gegeben.

Unter dem Motto: „Mythen, Märchen und Wirklichkeit“ hatte sich die
Schulgemeinschaft auf den Weg gemacht und den Namen in einer Projektwoche vielfältig dokumentiert. Die Präsentation informierte über Elfen, Hexen und Trolle, geheimnisvolle Geschichten aus Oberwesel, Hexenwerkstatt mit Kräutergärtchen, über fleißige Handwerker in unserem Heimraum und Arbeiten mit dem Werkstoff Schiefer, die Entstehung des Rheinischen Schiefergebirges, den Abbau und die Verarbeitung von rheinischem Schiefer, Bilder vom Besuch des Schieferbergwerkes in Mayen, Wikingerschiffe am Rhein, das Leben in einer mittelalterlichen Stadt.

Ein Musical, ein Schwarzlichttheater’, ein Stabpuppenspiel erfreuten die Zuschauer. Im Rahmen der Museumspädagogik war eine Ausstellung über Museumsgegenstände aus dem Kulturhaus Oberwesel zu sehen. Sportgeräte aus der mobilen Spielaktion standen den Kindern zur Verfügung.

Das Logo der Elfenley- Grundschule Oberwesel war vielfältig durch den Kauf verschiedener Gegenstände zu erwerben. Der Förderverein der Schule zeigte sich in neuem Gewande. 

Die geladenen Gäste konnten die Präsentation der Ergebnisse  in einem Rundgang durch die Schule bewundern.

Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b gaben ihre Freude über die gelungene Wahl des Namens in eindrucksvollen Grußworten wieder.

Die Schulleiterin Karin Geiben stellte den Namen in Bild und Wort den Geladenen vor und subsumierte die Begründung für die Namensgebung.

Am 25.August 2009 feierte die Schule im Rahmen der Einschulung der Schulneulinge ihr fünfjähriges Namensfest. Als Geschenk erhielten alle Schülerinnen und Schüler ein neues Schul-T-Shirt.